Chronik


Die Idee zur Gründung einer Trommlergruppe hatte der damalige Vorsitzende der Werbegemeinschaft Hilpoltstein, Robert Schmid, bereits 1979. Er wollte dem Trödelmarkt, den die Werbegemeinschaft bereits seit 1974 am Burgfestsamstag veranstaltet, eine besondere Note verleihen und gleichzeitig das Burgfestspiel am Sonntag um eine historische Gruppe bereichern.

„Zunächst sollten es ja nur drei Trommler und ein Fahnenträger sein“, erinnert sich Albert Mildner. Aus dem Erlös der Weihnachtsaktion 1979 der Werbegemeinschaft sollte das Startkapital für die Ausstattung der ersten Trommler stammen. Bald jedoch erkannte man, dass die Gruppe größer sein musste, um optisch und akustisch etwas darzustellen – man einigte sich auf acht Personen, deren Ausstattung von den Mitgliedern der Werbegemeinschaft finanziert wurde. Doch woher sollten die neuen Trommler kommen? Nach einigem guten Zureden fanden sich die ersten acht wackeren Trommler – sechs aus den Reihen der Werbegemeinschaft und zwei aus dem THW.



Stadtkapellmeister Alfred Olbrich übernahm nun das schwierige Los, den Männern die ersten Trommelschläge beizubringen und dazu im Gleichschritt zu marschieren. Die ersten Übungs-stunden fanden auf dem Platz vor der Blockhütte statt. „Es sieht leichter aus als es ist“ weiß Mildner zu berichten, „das Trommeln war schon schwer genug, aber wir mussten dazu ja auch noch marschieren.“ Mit Drähten und Schnüren wurden die Trommeln an die Beine gebunden. Für diese ersten Gehversuche erhielten die Trommler allerdings wenig Beifall. Nach einigen Beschwerden von Anwohnern mussten die Trommler weichen und verlegten ihre Übungsabende auf die alte Allersberger Straße zum Kanal, wo sie sich auch heute noch alljährlich viele Wochen lang aufs Burgfest vorbereiten.
    Versuche als SängerInnen beim Trödelmarkt 80
Die „Generalprobe“ kam dann im Juli 1980 zum Altstadtfest in der Sternsingergasse, vor die Truppe beim Burgfest  ihren ersten, vielum-jubelten Auftritt hatte.

„Wir konnten gerade mal drei Stücke trommeln, und wenn wir fertig waren, haben wir einfach wieder von vorne angefangen“ erzählt Fritz Bernlocher, der als einziger „Urtrommler“ heute noch dabei ist. Die noch nicht vorhandene Vielfalt sollte dadurch ausgeglichen werden, dass die Trommler unter Anleitung von Adolf Müller Landsknechtslieder zum Besten gaben. Bald stellten sie jedoch fest, dass sie mehr Talent zum Trommeln als zum Singen hatten. So wurden die schaurigen Gesangseinlagen bald wieder eingestellt.

 
 Inzwischen besteht das Repertoire der Trommler aus mehr als 20 Märschen. Alfred Olbrich betreute die Burgfesttrommler weiterhin bis 1996 musikalisch und übte mit ihnen die meisten der noch heute gespielten Märsche ein. Im Jahr 2003 übernahm Burkhard Freimuth das Training und die musikalische Leitung der Truppe.

Zum Burgfest 1980 schlug die Truppe, zu der sich auch drei Marketenderinnen gesellten, erst-mals beim Trödelmarkt ihr Domizil am Döderleinsturm auf. Es sollte ein richtiges mittelalterliches Lagerleben dargestellt werden. Dies war aber zu aufwändig, und so entstand daraus ein zünftiger Frühschoppen für die Besucher, der inzwischen beim Trödelmarkt seinen festen Stammplatz eingenommen hat.

In den vergangenen Jahren ist eine stattliche Formation von 12 Trommlern entstanden, die von ihren Marketenderinnen tatkräftig unter-stützt werden. Die Burgfesttrommler und ihre Frauen sind aus dem Geschehen am „wichtigsten Wochenende Hilpoltsteins“ nicht mehr wegzudenken. Aber auch bei historischen Festen in anderen Orten vertreten sie die Farben Hilpoltsteins und werben für unser Burgfest.

Gerne erinnern sich die Trommler an ihre Auftritte z.B. bereits 1981 auf der Burg Wolfstein bei Neumarkt, beim Ansbacher Renaissance-Fest 1990 oder zuletzt 2004 beim Treffen der „Jungen Pfalz“ in Vohenstrauß. Aber auch in Hilpoltstein hörte man ihre Trommelschläge zur Kanalein-weihung 1992 oder bei der Gewerbeschau 2001.

Regelmäßige Gäste sind die Trommler seit vielen Jahren bei den Altdorfer Wallensteinspielen und beim Tillyfest in Breitenbrunn.



In die weite Welt sollte die Gruppe im Jahr 2004, als sie eine Einladung zur Steubenparade nach New York erhielt. „Leider konnte diese Reise aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden“ bedauert Ewald Kraus, der als „Vortrommler“ den Takt in der Gruppe angibt.

Übrigens - wer ernsthaft Interesse hat, bei den Burgfesttrommlern mitzumachen, ist gerne willkommen. Engagierte Trommler und helfende Hände werden auch in Zukunft immer gebraucht.